@HTAI, 07.11.2017 Stimmen zum Brexit

„Brexit könnte Startup-Szene helfen“ – Interview mit Florian Christ

fino digital startete 2015 mit fünf Mitarbeitern und einer neuartigen, intelligenten Lösung für den Online-Kontowechsel. 2017 hat das Unternehmen über 50 Mitarbeiter am Standort Kassel und bietet ein breites Portfolio an digitalen Fintech-Produkten und Services für Kunden aus dem Bankengeschäft und Endverbraucher. Wir sprachen mit Florian Christ, dem Gründer des dynamischen Startups, über seine Sicht auf den Brexit.

Wir sprachen mit Florian Christ am Rande des Hessischen Unternehmertags © Sabrina Feige

Ich freue mich über das internationale Wissen und die Innovationskraft, die jetzt noch stärker nach Deutschland und eben auch nach Hessen kommen. Das wird spannend.

FLORIAN CHRIST, Gründer des Fintechs fino digital, Kassel

Herr Christ, ein Fintech aus Kassel? Ist das nicht eher ungewöhnlich?

Auf den ersten Blick vielleicht. Aber es gibt zwei gute Gründe: Kassel ist meine Heimat, warum also nicht auch in der Heimat gründen? Und ich habe hier von Anfang an qualifizierte Mitarbeiter gefunden. Die Universität und die Stadt schaffen hervorragende Bedingungen für Startups. Das darf man gar nicht so laut sagen – ich sage nur: verfügbare und bezahlbare Büroflächen.

Mit dem räumlichen Abstand betrachtet, wie erleben Sie in Kassel die Diskussion um den Brexit?

Persönlich sehe ich dem Brexit gelassen entgegen. Spannend ist, dass nun viel internationales Wissen und Innovationskraft nach Deutschland und Hessen kommen. Gerade in der Fintech-Szene gab es viele international erfolgreiche Gründungen in London. Dort wird nun neu geplant und der Fokus verschiebt sich auf Kontinentaleuropa. Das heißt auch, dass Zentren wie Frankfurt, Berlin und Hamburg gestärkt werden.

Mit Blick auf Hessen – was meinen Sie, wer profitiert vom Brexit? Nur Frankfurt?

Ich denke, der Trend geht raus aus den Ballungszentren. Es wird stärker dorthin geschaut, wo das Wissen ist. Ein erfolgreiches hessisches Beispiel dafür ist Darmstadt, die Universität mit ihren Ausgründungen. Im Zuge des Brexits werden auch die Universitäten und die Ausbildung überhaupt profitieren. Warum ging man bisher zum Studieren nach London? Der Brexit kann da in seinen Auswirkungen eine positive Strahlkraft entwickeln.

Herr Christ, wir danken Ihnen für das Gespräch.

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